Thymos
  • Kulturschau
    • Filme
    • Videospiele
    • Bücher
    • Musik
    • Die Thymos-Kinderfilmliste
  • Lebensstil
    • Kleidung & Stil
    • Persönlichkeit & Familie
    • Sport & Gesundheit
    • Natur & Heimat
    • Kurioses
  • Theorie
    • Neue Rechte
    • Deutschland
    • Kultur
  • Podcast
  • Über uns
  • Mitmachen!
Kein Ergebnis
View All Result
  • Kulturschau
    • Filme
    • Videospiele
    • Bücher
    • Musik
    • Die Thymos-Kinderfilmliste
  • Lebensstil
    • Kleidung & Stil
    • Persönlichkeit & Familie
    • Sport & Gesundheit
    • Natur & Heimat
    • Kurioses
  • Theorie
    • Neue Rechte
    • Deutschland
    • Kultur
  • Podcast
  • Über uns
  • Mitmachen!
Thymos

Von Heroin zu Methadon und jetzt: Der Freiheit entgegen

DrunkPunkJunk von DrunkPunkJunk
8. Januar 2026
in Persönlichkeit
1
Auf Telegram teilenAuf Twitter teilenAuf Facebook teilen

Nicht jeder, der heute versucht, sich in der Neuen Rechten einzubringen, ist ein genuin rechter Typus – so wie ich. Selbstgewählte, linke Sozialisation in und durch die Punk-Szene hat mich einstmals anti-autoritär geprägt. Gepaart mit Neugier auf das Verbotene und der Suche nach der großen, grenzenlosen Freiheit landete ich jedoch in einem Gefängnis, das weder aus Stahl noch Beton ist.

Zu sagen, dass ich Heroinsüchtig war, untertreibt es ein wenig. Ich habe den Stoff geliebt. Die toxische Beziehung zwischen mir, Heroin und Crystal Meth hat allerdings meine Venen soweit korrodiert, dass sich einen Schuss zu setzen, zu einer teils stundenlangen Tortur ausgeartet ist.

Irgendwann waren alle Bögen überspannt und Räder überdreht und ich entschied mich, von einer stationären Entgiftung direkt in ein Methadon-Substitutionsprogramm zu gehen. Dies hat mir wieder eine gewisse Stabilität gegeben, doch die Sucht ist dadurch nicht beendet, auch wenn so ein mehrmaliger, intravenöser Konsum von H am Tag nicht mehr nötig war, ging es letztlich doch nur vom Regen in die Traufe. Ein Zustand, den ich nach vorbereitendem, monatelangem Runterdosieren nun beende. Im April ging es von ausgangs 100mg Methadon los. Für Opioid-naive Personen (ohne Toleranz) können 20mg bereits tödlich sein. Bei 50mg liegt die Wahrscheinlichkeit, dass du draufgehst, bei 90% – außer du wirst reanimiert.

Als folglich letzter Schritt wartet ein Opioidentzug auf mich – unabhängig der Vorbereitungszeit. Opioidentzug. Klingt vielleicht lustig, macht aber nicht mal halb so viel Spaß.

Wir haben Mitte November und diese schon viel zu lange anhaltenden Ära geht dem Ende zu. Von der Scheiße wieder wegzukommen ist allerdings bei Leibe kein Wochenendtrip. Der Großteil der Abhängigen beenden so ein Substitutionsprogramm nur „erfolgreich“ durch ihren (manchmal vorzeitigen) Tod oder vielleicht noch durch eine Entgiftung mit anschließender 6-monatiger Therapie.

Doch meinen Schlussstrich ziehe ich im heimischen Wohnzimmer. Es geht nicht nur meiner körperliche Souveränität entgegen, sondern ebenso meiner kognitiven und geistigen Freiheit.

Attacke!

TAG 1:

6:00

Ich wache und stehe auf. Die Nacht war etwas kürzer, da ich bereits am Vortag die Substitutsdosis ein letztes Mal reduziert hatte.

Geweckt hat mich ein feuchter Traum. Das würden wohl die wenigsten mit einem Entzug dieser Art verbinden, doch gehört das zum Standardrepertoire, wenn der Körper, betäubt von den Schmerzmitteln, wieder beginnt aufzuwachen.

Das war also quasi der „Startschuss“. Meine Glieder, insbesondere meine Arme, schmerzen. Die Beine sind schwer. Gleichzeitig fühlen sie sich leer an. Auch mein Magen gibt mir leicht zu verstehen, dass i-was nicht stimmt.

Man fühlt sich ein bisschen wie Neo, der gerade in der realen Welt angekommen ist und Morpheus fragt: „Warum tun meine [Muskeln und] Augen so weh?“ – „Weil du sie noch nie benutzt hast“.

Mein aktueller Zustand ist auszuhalten – zumindest für den Moment. Mir ist kalt. Das ist es mir morgens zwar oft, in diesem Fall könnte es ein weiteres, startendes Symptom sein.

Welcher H-Sohn kommt aber auch verdammt nochmal auf die Scheiß-Idee einer „Nachtabschaltung“ der Heizung? Nur minimal über 20° hier.

8:00

Wir haben gerade mal 8:00 Uhr. Die Uhr ist jetzt schon der größte Feind. Ich versuche – wie schon am Vortag – mich mit Nikotin zu intoxikieren.

Langsam habe ich mich an dieses noch leichte Unwohlgefühl gewöhnt. Nach dem Aufstehen ist es wohl immer am asozialsten – das habe ich bereits beim oftmals zu schnellem und drastischem Abdosieren des Methadons bemerkt.

10:15

Zeit für nen Tee. Irgendwie geht es mir (noch?) besser als erwartet. Vermutlich die Ruhe vor dem Sturm. Beim Blick durchs Küchenfenster blendet die grelle Sonne meine nun empfindlichen Augen. In Kombination mit dem klaren, blauen Himmel kratzt es mich emotional etwas auf.

Auch so ein typisches Entzugsding: All der seelische Schmerz, den die Sucht so mit sich bringt und unter ihr begraben war, bricht sich Bahn. Bei meinem ersten, richtigen Entzugsversuch von Heroin in der Klinik nach 7 Jahren derbem, pausenlosem Konsum hat es mich damals nicht nur körperlich wie einen Blitzschlag getroffen. Man heult. Fast grundlos. All das Verdrängte bricht über einen wie ein Sturm herein. Aber seitdem sind ein paar Jahre ins Land gezogen.

Mein Wasser ist fertig – Zeit für den Tee.

12:00

Eigentlich wollte ich bei dem schönen Wetter nen kurzen Spaziergang machen, aber ein Blick auf mein Handy verrät mir, dass es draußen nur 3° Grad hat – zu kalt.

Bleibe lieber erstmal im Warmen. Und im Dunklen.

12:40

Die Uhr. Diese drecks fucking Uhr.

Auch wenn ich vor knapp 3 Stunden optimistisch war, ist es mittlerweile ungemütlicher geworden.

Meine Nase fängt nun auch an zu laufen..

14:15

Eine gute Stunde Mittagsschlaf gehalten. War unerholsam und schizophrenerweise auch i-wo erholsam.

Zeit für eine Kleinigkeit zu essen. Obwohl ein großer, roten Apfel aus Omas Garten meine Aufmerksamkeit erregt, greife ich zu einem kleineren daneben. Beim Zerlegen in mundgerechte Stückchen, merke ich, dass das obere Ende (wo der Stil raus ragt) und das untere im 90° Winkel und dadurch nicht parallel gegenüber liegen.

Die Frage, die mich just quält, während die einzelnen Schnitze verspeise: Bin ich auch ein Fehler, eine Abnormität der Natur? Oder drücken wir es etwas sachter aus: War es immer schon innerlich in mir angelegt diesen fatalen, masochistischen Lebensweg zu beschreiten?

In meiner Familie ist eigentlich keine Suchterkrankung bekannt. Sozio-ökonomische Umstände kann man auch nicht ins Feld führen – ich bin nicht schwarz.

15:30

Meine Frischluft-Pflicht ist für heute getan. Erstmal eine rauchen..

Genau in der Mitte meines Spaziergang überkam mich ein Gefühl, dass ich aus alten Tagen kenne: Man ist draußen, leicht entzügig und hat gerade Stoff in der Hosentasche bzw. kommt vom Überstunden schieben und freut sich auf einen sicheren, warmen Platz zum konsumieren. In Gedanken sitzt man schon vorm Besteck, kann die Wärme, die der erhitze Löffel ausstrahlt, spüren.

Just im Moment fängt ein erstes Niesen an. Entzugssymptome könnt ihr mit Grippesymptomen vergleichen – teils auf Steroiden. Bei einer Grippe gibt es aber kein Medikament, dass dich sofort wieder „heilt“.

Mein Magen schmerzt. Ich hoffe, dass er nicht in den Schleudergang schaltet.

17:37

Erst 17:37.. Anstrengender Tag. Aber noch nicht vorbei.

Natürlich kam mir mittlerweile kurz der Gedanke durch den Kopf geschossen, dass ich diesen leicht elenden Zustand ganz leicht beenden könnte..

Als ich Mitte/Ende September die Dosis des Methadon in kurzer Zeitspanne hart gedrosselt hatte, gab es immerhin den kleinen Lichtblick, dass ich ja in ein paar Stunden wieder eine kleine Portion zu mir nehme, die mir wenigstens für einen begrenzten Zeitraum wieder Erlösung verschafft.

Jetzt jedoch ist der Ausblick offen. Es gilt so lange durchzuhalten, bis sich der Körper wieder von alleine gefangen hat – und das dauert: Nicht nur Tage. Wir sprechen von Wochen, vllt sogar Monaten.

Das vorangegangene, drastische Runterdosieren war allerdings eine gute Übung, um mich auf den körperlichen Abfuck jetzt vorzubereiten.

18:00

Erst 18:00 Uhr.. ich weiß, es wird leicht repetitiv…

Hab mir übrigens „Jim Caroll – In den Straßen von New York“ reingezogen. Wünschte auch, dass alles in ner 3-Minuten-Schnittmontage erledigt wäre.

20:00

Sehr wahrscheinlich heute der letzte Eintrag.

Bisher alles noch im vertretbaren Rahmen, sprich keine unerwarteten Überraschungen. Meine Beine ziehen. Und sind schwer wie Blei. Ich muss Obacht geben, dass ich sie nicht hin und wieder zu hart anspanne oder strecke und sie dann verkrampfen.. das ist fucking unangenehm.. gehört ebenso zu der Familie der Symptomatiken.

21:00

Hatte mich jetzt schon 2 mal hingelegt um ein paar Stunden zu schlafen, aber mein Körper brummt wie ein sanfter Motor.

Ich bin erschöpft.. nur ein paar Stunden Schlaf.. klar, ich werde nachts aufwachen und 2-3 Stunden rumgeistern, aber für den Moment würde ich gerne etwas abschalten. Stattdessen sitze ich wieder am Rechner und rauche gefühlt die drölftausendste Zigarette. Mein Podcast-Kollege meinte: „klassische Suchtverlagerung“. Recht hat er.

Meinem Hals und meiner Lunge geht es auf jeden Fall ziemlich ab, was ich da betreibe. Ich bin Jacks schwarze Lungenflügel.. ich bin Jacks kratziger Hals.

23:15

Ich steh schon wieder auf. Zum vierten oder fünften Mal. Das Vibrieren des Körpers hat zwar nachgelassen, die Unruhe und Rastlosigkeit allerdings nicht.

Der kleine Mann in meinem Kopf gibt mir immer lauter zu verstehen, dass die Befreiung von meinem Zustand, der sich in den nächsten Stunden sicherlich weiter verschlechtern als verbessern wird, auf dem Küchentisch liegt. Nur eine kleine Dosis..

Kennt ihr den Song „King of my castle“ (Wamdue Project)? Ist die invertierte Übersetzung von Siegmund Freuds Take „Das Ich ist nicht Herr im eigenen Haus“.

Gerade mein Crystal-Konsum, der die Schizophrenie in mir getriggert hatte, brachte mich in der Vergangenheit über die Grenze hin zum Wahn, in welchem ich nicht mehr wusste, was real und was in meinem Kopf ist. Da stellt man sich eben Fragen wie „Bin ich noch der King meiner Castle?“

Naja, Cigarette-Time. Auch wenn die letzten teilweise verschwendet waren, da ich sie nur maximal zur Hälfte geraucht hab. Mit i-was müssen meine Hände beschäftigt sein, darum Zigarettendrehen.

Langsam kommen etwas Fight-Club-Vibes auf: „..und wieder kann ich nicht schlafen“, „ich leide..“

Da ich gerade wie ein Mehlsack im Bürostuhl hang, musste ich an die „gute“, alte Zeit denken. Damals hang ich allerdings benebelt nach einem Schuss Heroin im Stuhl. War manchmal anstrengend, weil ich mein Bett dann kaum benutzt habe und keinen erholsamen Schlaf bekommen hab. Schon abgefuckt was alles hinter mir liegt..

Von dem Komorbiditäten-Mix aus Sucht, Depression & Schizophrenie ist lediglich ersteres übrig. Die Ersten werden die Letzten sein oder so ähnlich.

0:40

1-2 weitere Schlafversuche haben nicht gefruchtet. Trotz Müdigkeit. Stattdessen gibt es jetzt Niesanfälle.

Nackenschmerzen beschweren mich mittlerweile. Und ein ekelhaftes Stechen im Kopf. Jetzt werde ich diese Scheiße hier i-wie durchstehen und bekomm dann in nem Monat von nem Doc gesagt, dass ich nen Gehirntumor hab. So zumindest mein Kopfkino.

Die leise Vermutung macht sich breit, dass diese Nacht brutal lang bzw. kurz wird. Ansichtssache.

2:00

…

2:50

…

2:53

..

TAG 2

8:15

Es muss wohl zwischen 4 und 5 Uhr gewesen sein, als Gott meine Gebete endlich wahr werden ließ.

Oh, du süßer Schlaf.

Ein eklig kalter Schweiß klebt beim Erwachen auf meinem Rücken. Der Wecker terrorisierte mich von 6:45 bis 7:30 im Viertelstundentakt, doch mein Halbschlaf-Ich hat das gemanagt.

8:25

Die Waage zeigt ein Rekordtief. Kein Wunder: hab gestern auch nicht viel gegessen..

Kaffee ist gemacht.

Jetzt sollte ich mal schnell zum Hörer greifen und meinen Substi-Arzt darüber informieren, dass ich diese Woche mal unser traditionell wöchentliches Meeting ausfallen lasse.

8:33

Mein Magen reagiert auf die erste Zigarette etwas ungehalten. Vllt ist es auch der Kaffee? Ne, das wäre unfair von mir den Kaffee oder die Kippen zu blamen.

8:40

Arzthelferin war am Apparat. Sie drückt mir die Daumen.

Ich habe ausgemacht, spätestens nächste Woche vorbeizukommen – außer ich breche vorher ab und brauch neuen Stoff..

8:50

Emotionalität. Die ersten Tränen kullern mir über die Wange. Melancholie? Bedauern? Freude?

Gestern hatte der emotionale Druck noch nicht ausgereicht, um sich auf diese Weise Bahn zu brechen, wenngleich ich auch wusste, es wird ein klein wenig gefühlsduslig.

Nun denn: Ich habe diese Hurensohn-Nacht überstanden. Auf in den 2. langen, langen Tag.

10:00

Ich tiger auf und ab. Leg mich hin, steh wieder auf. Kann mich keine 15 Minuten auf i-was konzentrieren.

Bestandsaufnahme: Unruhe, leichte Gliederschmerzen, Nackenschmerzen, Niesanfälle, Schwitzen gepaart mit Anfälligkeit zum Frieren, die Nase läuft und ich bin müde. Der Magen rotiert. Und Lunge und Rachenbereich vom Ketterauchen lädiert.

Der Suchtdruck hält sich in Grenzen.

Draußen herrscht Stalingrad: -3°C

Hier drinnen habe ich so aufgedreht, dass die Nachtabschaltung der Heizung mir dieses Mal nichts anhaben konnte; aktuell 23,4° Grad. Vllt etwas zu warm..

11:30

Auch dieser Tag arbeitet gegen mich..

12:42

..

15:00

Konnte endlich mal länger als 10 Minuten auf dem Sofa liegen. Mein Körper hat sich kurzzeitig etwas beruhigt. Vermutlich habe ich sogar etwas gedöst. Meine Stimmung ist für den Moment gehoben.

15:45

Gute Laune wieder weg. Dieser erbitterte Kampf um mein Seelenheil lässt mir einen Schauer über den Rücken laufen.

17:40

Zustand so lala.

18:40

Bin etwas stolz auf mich: Alle Kräfte wurden mobilisiert um unter die Dusche zu gelangen und dabei nicht abzusaufen. Noch ein paar lange Stunden, dann ist der 2. Tag vorbei.

Die Uhr und ich sind aber immer noch Spinne-Feind.

19:40

Mein in Mitleidenschaft gezogener Körper kommt wieder ein wenig zur Ruhe. Ich kann nun ruhiger und länger auf der Couch liegen. Auch drehe und rauche ich keine Zigaretten mehr hintereinander weg wie ein Angebrannter.

Außerdem habe ich Milch als beruhigendes Getränk entdeckt – mit Erdbeer-Kaba. Hoffentlich bin ich morgen fit genug für einen Besuch im Supermarkt.. mal schauen.

Weniger zuversichtlich bin ich bzgl. meiner Nachtruhe. Jedes auf das Sofa legen, ist auch ein Versuch etwas zu schlafen.

21:30

Ich rotier wieder hin und her. Ich will schlafen, einfach nur ein paar Stunden schlafen.

23:30

Kein Wunder das Schlafentzug als Foltermethode in Guantanamo verwendet wird. Anstelle zur Zigarette zu greifen, hol ich mir diesmal nen Joghurt.

00:07

Immer noch nicht pennen. Muskeln in den Oberarmen stechen.

02:00

Immer im 20-30 Minuten Takt hinlegen und wieder aufstehen. Die Nachtabschaltung kickt wieder und es hat nur noch 21,3° Grad. Jetzt hab ich erstmal den Elektro-Heizlüfter angeschlossen.

Ja, so ist das mit den Opioiden: Wenn du sie konsumierst, bist du benebelt, schläfrig, in einen warmen Mantel gehüllt. Und ohne: das exakte Gegenteil.

TAG 3

7:50

Gegen 4 Uhr bin ich endlich eingepennt und um 6e aufgewacht. Um 7.45 aufgestanden.

Fühle mich körperlich und geistig zombifiziert. Kaffee, Zigarette und Heizlüfter.

12:12

Bin ganz schön groggy.. Der intensivste und härteste Teil sollte hinter mir liegen, trotzdem bin ich noch unruhig, schwitze etwas, friere dann wieder.

Emotional wurde es heute auch schon, aber eher aus Freude es „soweit“ geschafft zu haben.

Mein Magen schmerzt, ich weiß fast nicht mehr was ich trinken kann, ohne dass er rebelliert..

und ich bin müde, so müde.

14:30

Entzugsklassiker: Niesanfall während des Essens.. größere Sauerei gerade noch verhindert.

15:50

Erst 15:50.. das macht mich echt mürbe

18:20

Ich esse wieder Suppe.. und niese..

21:35

Hab mittlerweile angefangen Tee und Milch jeweils mit einem Schuss Amaretto zu mixen. Die sedierende Wirkung des Alkohols soll zum Tragen kommen, jedoch ohne, dass ich mich besaufe. Einen Kater oben drauf kann ich nicht brauchen – was ich aber brauche, ist Schlaf.

Doch ich habe innerlich damit abgeschlossen heute vor 3 Uhr einzuschlafen.

Milch mit Amaretto schmeckt übrigens scheiße. Tee ist ok. Aber mit Milch nicht. Ich trink sie trotzdem.

22:00

Gerade so einem Malheur entringend, muss ich feststellen: Mein Magen ist keine Waschmaschine, sondern ein fucking Mixer. „Heroin verursacht Verstopfung. Jetzt habe ich keine Verstopfung mehr.“ (Trainspotting)

00:00

Die halbe Flasche Amaretto ist weg. Ok.. scheint mir nicht viel zu helfen.

01:45

Immer noch nix mit Schlafen.

Hab etwas gelüftet, um die 24° Zimmertemperatur etwas abzusenken, die mir allmählich doch zu warm war.

Außerdem noch ein paar Seiten gelesen und mir ne Zigarette verkniffen, in der Annahme, dass das dem Einschlafprozess förderlich wäre.. Pustekuchen.

3:00

..

TAG 4

10:10

Im Westen nichts Neues. Die Nacht war wieder mal verdammt kurz. Ca. 3:30 oder 4:00 eingepennt und i-wann nach 6:00 aufgewacht. Die gleichen Leiden wie gestern malträtieren mich. Der Stuhlgang ist mittlerweile kontinuierlich recht flüssig. Gott-sei-dank jedoch kein „Seele-aus-dem-Leib-Scheißen“.

17:20

Der Tag ist immer noch lange. Schlafen nicht möglich. Innere & äußere Unruhe, Konzentrationsprobleme. Das wird mich aber sehr wahrscheinlich noch über Wochen begleiten.

18:55

Vom Sofa zurück an den Schreibtisch.

Ich habe gerade einfach dem Zappelphilipp freien Lauf gelassen. Als Außenstehender hätte man sicher gemeint, dass ich nen epileptischen Anfall hätte.

2:30

Man gewöhnt sich i-wie an die Schlaflosigkeit. Um 22:00 Uhr bin ich mal für eine Stunde weggenickt. Bin gespannt ob die Nacht noch ein Stündchen Seligkeit bereithält

TAG 6

Heute waren’s mal 2 Stunden mehr vom zuckersüßen Schlaf. Vllt lags an den Baldrian-Dragees, vllt geht’s langsam nach oben.

TAG 7

Abgekämpft um meinen Montagsstream abzuhalten. Dachte, es wird ne Vollkatastrophe, aber letztlich gabs nur ne technische Panne zu Beginn des Streams.

TAG 8

Mein Kaffeekonsum am Vortag war zu hoch.. Schlaflosigkeit mal wieder die Folge.

Hab mich heute dennoch aufgerafft: Einkaufen, frische Luft, Spazieren und Sport. War alles anstrengend, tat jedoch verdammt gut.

Und mein Magen ist leider immer noch ein nicht-stoppen-wollender Mixer.. das Ergebnis: Püree

TAG 9

Heute wurde ich beim Substitutionsarzt wieder vorstellig. Ein paar Mitpatienten hingen wie immer um die Ausgabezeit (8-9 Uhr) vor der Praxis. Drinnen keiner der ansteht. Mein Arzt saß hinterm Empfangsschalter, die Helferin direkt neben ihm.

Beide blicken mich mit großen Augen erwartungsvoll an. Ich bin soweit stabil. Habe durchgehalten. Durchgezogen. Beschwere mich jedoch etwas über die noch anhaltenden Probleme.

TAG 11

Die letzten beiden Nächte konnte ich 7-8 Stunden schlafen. Wohl dank „Doxepin“, das mir mein Substitutionsarzt verschrieben hat. Das Medikament ist ein Antidepressivum, aber ich habe nicht vor, es über einen so langen Zeitraum zu nehmen, bis es diese Wirkung entfaltet.

Zweckmäßig wird es ebenso für leichte Symptome bei Alkohol- und Drogenentzug verwendet.

 

Abschluss

Es sind mittlerweile 2 Wochen ins Land gestrichen. Mich plagen immer noch Unruhe, Schwierigkeiten beim Einschlafen, Phasen in denen ich tagsüber k.O. und ausgelaugt bin, teilweise zweifelhafter Stuhlgang & leichtes, temporäres, unnatürliches Schwitzen. Das wird sich die nächsten Wochen nach und nach legen.

Mein Wille wurde auf eine erdenklich harte Art auf die Probe gestellt – und er hat sich als eisern erwiesen. Credits muss ich natürlich an dieser Stelle meinem brennenden Idealismus und rechten Weltanschauung geben. Ohne Kompass, klarem Kurs und Ambitionen für die Zukunft hätte ich das niemals durchgezogen.

Ich muss unwillkürlich an Merkels Worte denken: „Wir haben so vieles geschafft – wir schaffen das“. Ja, ich habe vieles geschafft – und ich schaffe noch mehr. Die nächsten Baustellen warten bereits auf mich. Der Aschenbecher steht beispielsweise mittlerweile am anderen Ende der Wohnung, was meinen Tabakkonsum auf ein „gesundes“ Niveau gesenkt hat.

Das dickste Brett wäre gebohrt – und jetzt scheint mir nichts mehr unmöglich. Der graue Nebel im Kopf lichtet sich Tag für Tag mehr – und allmählich kann ich den Himmel wieder sehen. Manch einer würde jetzt vielleicht in den Raum stellen, dass ich langsam „zu Gott finde“. Soweit gehe ich nicht. Für den Moment habe ich erstmal den Pakt mit dem Teufel aufgekündigt.

Jetzt gilt es den Kurs zu halten. Einen Fuß vorsichtig vor den anderen setzen.

Immer Schritt für Schritt gen Freiheit.

Wir suchen Autoren!
DrunkPunkJunk

DrunkPunkJunk

Getrieben von Idealismus - und dem Zustand unserer Heimat

Relatierte Artikel

Bekämpfe die Verdummung durch das Smartphone! – Eine Anleitung
Gesundheit

Bekämpfe die Verdummung durch das Smartphone! – Eine Anleitung

von J.R.
Deutschland wird im Internet verteidigt – Ja zur Anonymität im Netz!
Neue Rechte

Deutschland wird im Internet verteidigt – Ja zur Anonymität im Netz!

von Reinhardt Reinecke
Rechts leben, links streben – Der heuchlerische Spießbürger!
Kurioses

Rechts leben, links streben – Der heuchlerische Spießbürger!

von DrunkPunkJunk
Traumsuche – Liebeslyrik eines Leidenden
Persönlichkeit

Traumsuche – Liebeslyrik eines Leidenden

von Spartabube
Grüne Süßmäuse Daten! Die falsche Lehre des Maximilian Pütz
Persönlichkeit

Grüne Süßmäuse Daten! Die falsche Lehre des Maximilian Pütz

von Thunderbernd
Grüne Süßmäuse Daten!
Persönlichkeit

Grüne Süßmäuse Daten!

von Thunderbernd
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
1 Kommentar
Neuster
Ältester Beliebtester
Inline Feedbacks
View all comments

Kategorien

  • Kulturschau
  • Lebensstil
  • Theorie
  • Podcast
  • Über uns
  • Mitmachen!

Über Uns

Thymos - das ist das altgriechische Wort für Lebenskraft

Wir sind ein junges Kulturmagazin, das nicht vor der Leere unserer Konsumgesellschaft kapituliert. Stattdessen begeben wir uns auf eine Reise in die Populärkultur, um hinter dem Lauten und Falschen das Wahre, Schöne und Gute zu entbergen.

Folge Uns

© 2023 Thymos Magazin - Impressum

Kein Ergebnis
View All Result
  • Kulturschau
    • Filme
    • Videospiele
    • Bücher
    • Musik
    • Die Thymos-Kinderfilmliste
  • Lebensstil
    • Kleidung & Stil
    • Persönlichkeit & Familie
    • Sport & Gesundheit
    • Natur & Heimat
    • Kurioses
  • Theorie
    • Neue Rechte
    • Deutschland
    • Kultur
  • Podcast
  • Über uns
  • Mitmachen!

© 2023 Thymosmagazin