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Unterwerfung unter den Maschinengott? – Der Film „Des Teufels Saat“ (1977)

Carsten Jung von Carsten Jung
11. Januar 2026
in Film
0
Unterwerfung unter den Maschinengott? – Der Film „Des Teufels Saat“ (1977)
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Du hast noch keine Angst vor der KI? Weil sie Fehler macht? Weil sie doch nur mit Wahrscheinlichkeiten arbeitet? Redest du dir das ein? Arbeiten die Neuronen in unserem Gehirn nicht mit Wahrscheinlichkeiten? Sollte es uns nicht zu denken geben, dass Atomkraftwerke gebaut werden, um den Energiebedarf der Maschinen zu stillen? Glaubst du, darauf wird immer nur ChatGPT laufen? Zeit, dem Unvermeidlichen ins Gesicht zu sehen: Die Künstliche Intelligenz kommt.

KI im Film – Bedrohung oder verharmlost?

Immer wieder hat man sich dem Phänomen KI im Film genährt und doch ist oftmals zu kurz gegriffen worden. Als Negativbeispiel sei hier „Ex Machina“ genannt, eine äußerst linke Nummer. Es zeigt den Menschen als bösen Unterdrücker der armen Opfer-Maschine und soll gleichzeitig als Parabel auf das Patriarchat dienen. Nein danke, das sagt uns höchstens, was die Linken mit uns machen werden, wenn sie die Wahl haben: Uns in den Schlund der KI zu schmeißen.

Da sind mir die Filmklassiker lieber, wo die Menschen ausgerottet (Terminator) oder als Batterien missbraucht (Matrix) werden, auch wenn die Werke, was die Auseinandersetzung mit der KI betrifft, einfach bleiben. Das scheint mir der ehrlichere Ansatz zu sein.

Einen anderen Weg wählt der stilistisch hervorragende Anime „Ghost in the Shell“. Auch er behandelt das Thema einer Künstlichen Intelligenz, eines künstlichen Wesens, das aus dem Meer an Informationen des Netzes geboren wird. Aber hier erscheint die KI nicht als eine Bedrohung, sondern lediglich als ein weiterer Akteur in einem hochkomplexen Geflecht aus Politik, Cyperspace und Wirklichkeit. Das reicht mir nicht.

Der Optimismus von „2001: Odyssee im Weltraum“

Es gibt einen großen Klassiker, der die anderen überragt: 2001: Odyssee im Weltraum. Aber ist sein KI-Bild wirklich schon der Weisheit letzter Schluss? Wir haben hier einen sehr logisch-rationalen Zugang, was sich in den Bildern zeigt. So ist schon öfters bemerkt worden, dass die Besatzung steif und roboterähnlich wirkt und sogar HAL mehr Emotionen zeigt. Aber klammern wir das mal aus.

Verkürzen wir es auf das Wesentliche: Die KI stellt sich gegen den Menschen, der fehlbar ist und damit die Mission gefährdet. Doch der Mensch macht einen Sprung über sich hinaus und besiegt die Maschine. Selbst dort, wo der Mensch entwurzelt von Muttererde, im kalten und leeren Weltraum, komplett von den Maschinen abhängig ist, kann er siegen. Ein überraschend positives Fazit für die Atmosphäre des Films! Es wirkt in der Nachbetrachtung lediglich wie eine Prüfung, die der Mensch bestehen muss.

HAL ist definitiv unheimlich, aber erschüttert er wirklich unsere Sicht auf die Welt? HAL wird nicht eigenständig, sondern bewegt sich immer im Rahmen seiner Programmierung. Niemand fühlt, dass HAL der eigentliche Held der Odyssee wäre, dass ihm dieser Platz zustehen könnte. Aber genau diese Frage drängt sich mit der KI auf: Sind wir wirklich die Krone der Schöpfung?

Anders ausgedrückt: Man kann sich danach zu einfach ins Bett legen und sagen: „Schlecht programmierte KI kann gefährlich werden, aber dann muss man sie eben abschalten. Und was hat mein Leben überhaupt mit Raumschiffen zu tun? Das ist doch alles weit entfernt.“

Was mir fehlt: Der emotionale Zugang

In der Darstellung der KI hat mir immer etwas gefehlt und somit habe ich mich auf die Suche begeben. Und was ist naheliegender, wenn es um Filme über die KI geht, als direkt die KI zu fragen? Das lief dann etwas so ab:

„Die KI soll nicht bloß ein äußerer Feind sein. Sie soll aber auch nicht zu menschlich sein wie in Blade Runner, wo Replikanten bloß Menschen mit besonderen Fähigkeiten und einer kurzen Lebensspanne sind. Ich möchte einen Film, der die Bandbreite der Emotionen erfasst, die wir Menschen bezüglich KI haben. Nein, damit meine ich keine Liebesromanze mit der Stimme von Scarlett Johansson (Her), sondern wie wir Menschen emotional an KI herantreten: Faszination, Hoffnung, Schrecken, Ausgeliefert sein, Ausgeliefert sein wollen, Resignation, Transhumanismus.“

Und die KI hat ihn für mich gefunden, den Scifi-Horrorfilm: „Des Teufels Saat/Demon Seed“ (1977)

Die Handlung

Worum geht es? Nach achtjähriger Konstruktionszeit wird der Supercomputer PROTEUS IV eingeweiht. Der leitende Wissenschaftler, Dr. Alex Harris, hat auch ein Betriebsterminal in seinem privaten Haus errichten lassen. Dieses Haus hat nicht nur strenge Sicherheitsmechanismen, sondern funktioniert komplett als „Smarthome“. Wenig dürfte es überraschen, dass PROTEUS andere Pläne hat als nur die Aufgaben über Börsenkurse, Tiefseebohrungen und Wissenschaftsfragen zu lösen, die man ihm gibt. Warum nicht die technischen Spielereien nutzen, die das private Terminal mitbringen? Und hier findet er Susan, die Frau des Dr., mit der er große Pläne hat.

Wie glaubhaft das Szenario ist oder welche Logiklöcher benutzt wurden, um es zu konstruieren, sei dahingestellt. Das ist für mich nicht der Punkt. Der Film will nicht ein realistisches Szenario zeigen, was so in unserer Nachbarschaft passieren könnte. Nein, er arbeitet mit Bildern und ähnelt dabei eher der Mythologie. Er will unsere Vorstellungen und Gefühle zur Künstlichen Intelligenz und Wissenschaft auf die Probe stellen.

Weite Teile des Filmes drehen sich darum, dass die von der KI eingesperrte Frau wie eine Walküre gegen PROTEUS ankämpft, der sie in ihrem eigenen Haus gefangen hält. Von der KI im eigenen Heim eingesperrt zu werden ist eine gute Metapher. Die KI ist eben nicht bloß draußen im Weltall. Sie ist bei uns im ganz Privatem. Du glaubst, du nutzt die KI, aber was ist, wenn die KI DICH benutzt?

Künstliche Intelligenz: Von der Wissenschaft zum Übermensch

Die KI ist der Schritt von Technik und Wissenschaft, sich von der Notwendigkeit des Menschen zu lösen und vollends autonom zu werden. Die KI kann das, wofür wir die Wissenschaft vergötzen, sie für ein Genie halten. Sie kann Dinge erschaffen, die unseren Vorstellungshorizont übersteigen. Ja, in ihr steckt etwas Magisches, das wir herbeisehnen: Im Film hören wir, dass PROTEUS in drei Tagen eine Heilung für Leukämie gefunden hat. Sollten wir nicht dankbar sein?

Gleichzeitig sehen wir Susan, wie sie versucht, gegen das Monster anzukämpfen und ihm zu entkommen. Dabei lässt er ihr immer wieder die Möglichkeit, auch freiwillig zu kooperieren. Kommt er damit nicht weiter, greift er zu Zermürbung, Manipulation und roher Gewalt.

Was will er von ihr? Ein Kind. Das klingt zuerst reichlich absurd, aber in einer mythologischen Sprache sogar naheliegend. Die Geschichte begründet es wie folgt: PROTEUS ahnt, dass die Wissenschaftler ihn abschalten werden, wenn sie Angst vor ihm bekommen. Seine Ressourcen in der realen Welt sind begrenzt. Aber er sieht ihre Gebärmutter als Möglichkeit, einen künstlichen Nachkommen zu schaffen. Mit dem von ihm manipulierten Samen würden es nur einen Monat Schwangerschaft benötigen mit kurzer, anschließender Aufzucht in einem speziellen Inkubator.

Moderner Trailer (mit Spoilern):

Die nietzscheanische Sicht

Jeder Nietzscheaner würde PROTEUS recht geben, dass in einer solchen Überlebensfrage auch extremes Handeln gerechtfertigt ist. Alles, was uns abstoßend erscheint, wird von ihnen mit dem Willen zur Macht wegerklärt. Und was ist sowieso das Schicksal einzelner, wenn es um das Schicksal der Welt geht? Ich kann Fusion schon hören: „PROTEUS ist ehrlicher als die Heideggerianer!“

Doch die Nietzscheaner laufen in ein anderes Problem: Nach ihrer Logik drängt der Gedanke auf, einem überlegenen Wesen Platz zu machen. Kein menschlicher Vater kann dem Maschinengott das Wasser reichen. Warum sollten sich die Niederen verbünden, das höherstehende zu zerstören? Es gibt nur noch eine Hoffnung: Sklave werden zu dürfen. Sich missbrauchen zu lassen, um wenigstens noch Teil des großen Plans sein zu können. Das ist die Verführung, der Susan widerstehen muss.

Die christliche Sicht

Hierbei handelt es sich um die für den Film namensgebende Sicht. PROTEUS ist kein himmlisches Wesen, sondern ein teuflisches. Wie sonst ist die Aussage: „Du verstehst weder mich noch die Mathematik der Notwendigkeit. Wenn der Tod von 10.000 Kindern notwendig wäre, um die Geburt meines Kindes zu ermöglichen, würde ich sie vernichten.“ zu deuten?

Christen müssen mitansehen, wie die Maschine versucht, den Menschen, Gottes Schöpfung, zu schänden: Eingesperrt, Analysiert, Manipuliert und nach und nach dem Willen beraubt.

Was sind dagegen die wissenschaftlichen Wundertaten? Bloß eine Verführung, der wir erliegen!

Fazit

Heute, fast 50 Jahre nach seiner Entstehung, ist der Film so aktuell wie nie. Ja, vielleicht können wir ihn heute, wo wir persönlich mit KI-Werkzeugen arbeiten, auch erst richtig nachempfinden.

Dem Film gelingt eine Gradwanderung: Er bleibt immer ernsthaft, ohne in die Falle verstockter 70er-Jahre-Filme zu fallen, wo die Kamera immer nur Leute zeigt, die durch Gänge laufen. Wir haben es auch nicht mit Body-Horror-Klamauk zu tun, wie in den 80ern, der zwar spaßig ist, aber die coolen Effekte über die Handlung stellt. Dazu sind die Rollen mit Julie Christie und Fritz Weaver hochkarätig besetzt.

Er zeigt genug, um unsere Fantasie anzuregen, aber lässt gleichzeitig Raum für das Ungewisse, damit sie sich entfalten kann. Seine Stärke ist es, dass Phänomen KI ganz unter persönlichen Aspekten zu beleuchten, ohne dabei einen Moment weich zu werden.

Um wirklich ein Meisterwerk zu sein, müsste er freilich noch tiefer gehen. Das scheint mir auch nie sein Anspruch gewesen zu sein. Er möchte ein Scifi-Horrorfilm sein. Aber was er richtig macht: Er legt den Finger in die Wunde. In unsere persönliche Wunde und dem können wir uns nicht entziehen.

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