Markige Sprüche, spannende Schlachten, Soldaten, die außerirdische Insekten mit dicken Knarren zum Platzen bringen… und jede Menge Gore. Das ist das unterhaltsame Fundament des Sci-Fi-Klassikers Starship Troopers. Aber unter dieser pulpigen Oberfläche verbirgt sich ein echtes Meisterwerk, das weitaus mehr kann, als die Soldaten der Zukunft als galaktische Kammerjäger zu zeigen. Jeder Rechte mit etwas Sinn für Spaß muss diesen Film gesehen haben! Im neuen Thymoscast widmen wir uns daher ausgiebig Verhoevens bombastisch inszeniertem Film und dem Politischen in Heinleins Roman.
Paul Verhoeven hat versucht, aus Robert A. Heinleins todernstem Roman eine satirische Überzeichnung klassischer Propagandafilme und damit einen modernen dekonstruktiven Antikriegsfilm zu drehen, Anspielungen an D-Day und Vietnamkrieg inklusive. Zwischen Over-the-top-Action und wie aus dem Ei gepellten Schauspielern begegne uns der Schrecken des Krieges und seine Absurdität. Zumindest rechtfertigen Linke damit seit je schamhaft-intellektualistisch ihre eigene Lust an dem martialischen Spektakel, das Verhoeven auf die Leinwand zaubert.
Was Verhoeven gelingt und woran die Satire letztlich scheitert: Der Film ist in jeder Hinsicht zu cool und auf klassische Weise gut gemacht. Statt sich in Gags zu verlieren und seine Geschichte als bedeutungslose Aneinanderreihung lächerlicher Situationen zu zeigen, bekommen wir klassische Erzählkunst und sich entwickelnde Charaktere geboten. Starship Troopers brilliert im Erzählen der klassischen Coming-of-Age Heldenreise des jungen Johnny Rico, der nach der Schule noch nicht so richtig weiß, was das Leben mit ihm vorhat, schließlich aber seinen Platz als kampferfahrener Veteran in der Mobilen Infantrie findet. Und zwar ohne dass der Spaß dabei zu kurz kommt.
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