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Kunstvoll pöbelnd durch die Dunkelheit: Volker Zierkes „Herrengedeck“

Rudolf Seitner (Sonnenkind) von Rudolf Seitner (Sonnenkind)
12. Dezember 2025
in Literatur
3
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Mit Herrengedeck hat Volker Zierke im Jungeuropa Verlag einen neuen Roman vorgelegt, der inzwischen in der ZEIT auch die verdiente Aufmerksamkeit des Mainstreams auf sich zieht und in der Szene aufgrund seiner offenen Worte heftig diskutiert wurde. Warum?

Ein kranker Mensch ist er, der Ich-Erzähler dieses Romans, ein körperlich und seelisch verwundeter, der sein inneres Gift, das Gift des Nihilismus, allmorgendlich in Form schwarzen Schleims aus sich heraushustet, ein Mensch, der leidet, vor allem an Sinn- und Lieblosigkeit, und so spiegelt sich sein Inneres in der äußeren Welt, die er erlebt.

SeitenWechsel und Patriotic Blues

Zierkes Erstwerk, die im Spannungsfeld zwischen echtem Abenteuer und Künstlichkeit gestrickte Erzählung „Enklave“, hatte sich von den üblichen literarischen Versuchen der „neuen Rechten“, welche doch oft nur mehr oder weniger künstlerische Ummäntelungen einer zu verkündenden Weltsicht darstellen, bereits positiv abgehoben. Hier wurde klar: Da ist einer, der kann schreiben, der versteckt hinter seiner Geschichte keinen ideologischen Holzhammer.

Doch im Vergleich zum ersten „richtigen“ Roman „Ins Blaue“ erschien das kleine Büchlein dann als bloße Aufwärmübung. In diesem hatte Zierke dann ein dunkel-mystisches Feuerwerk abbrennen lassen, einen poetischen Grenzgang im Zwielicht zwischen Traum und Wirklichkeit. Ich habe das Buch geliebt; umso gespannter war ich nun auf den Nachfolger, welchen ich auf der Buchmesse „SeitenWechsel“ in Halle vom Autor höchstselbst im Tausch gegen mein albernes eigenes Büchlein ergaunerte.

Es wäre schön, wenn alles Sinn ergäbe

Beginnen wir mit den Äußerlichkeiten: Goldprägung auf grünem Leineneinband, dazu ein angeheftetes goldgelbes Lesebändchen. Man hat sich offensichtlich Mühe gegeben, und das bis in den Text hinein: Das Lektorat hat hervorragende Arbeit geleistet – so wenige Fehler findet man in den Publikationen finanzstarker etablierter Verlage fast nie. Auf dem Buchrücken ein kurzes Zitat aus dem Buch: „Ich will keinen Erfolg haben. Aber es wäre schön, wenn am Ende wenigstens alles Sinn ergäbe.“

Diese Sinnsuche ist das Leit- und Leidthema. Der namenlose Protagonist ist permanent am Speien, ob es sich nun um den eingangs erwähnten schwarzen Schleim handelt oder um seine verbalen Aggressionen. Er spart nicht mit platten Beleidigungen, überall sind „Schweine“, „Arschlöcher“ oder „Schlampen“, auf sich selbst referiert er (halbironisch) als „Nazi“ und weniger ironisch als „asozial“, wobei mit Klischees nicht gegeizt wird und auch immer mal wieder derbe Trainingseinheiten für die Lachmuskeln eingestreut werden.

Die Tristesse des politischen Maschinenraums

Der Kontext, in dem er sich bewegt, ist die deutsche politische Rechte, es geht um Burschenschaften, Identitäre und eine namenlose Partei, welche offenbar der AfD nachempfunden ist. Daß er für den politischen Gegner kaum mehr als Verachtung übrig hat, versteht sich fast von selbst, doch auch das eigene Lager wird ob naiver Hoffnungen, Inkonsistenzen, flacher Sprüche, Eitelkeiten und tagespolitischer Reibungsverluste bis zur Selbstaufgabe mit beißendem Spott bedacht, wenn der Autor etwa den Erzähler bemängeln läßt, es gehe „nicht mehr darum, neue Impulse zu setzen, sondern Launen des Durchschnittsbürgers aufzudecken und zu stimulieren“.

Und dazu werden Typen gezeichnet, bei denen man sich fragen mag, ob man nicht vielleicht genau diesen schon begegnet ist; Anspielungen auf reale Personen und Anekdoten gibt es zuhauf. Gleich zweifach erwähnt wird etwa ein zum Islam konvertierter Identitärer – da wird für mich eine durchaus persönliche Erinnerung entdeckt, denn ich stand mit einem solchen, einem überaus gebildeten jungen Mann, auch nach dessen „Bekehrung“ in gutem Kontakt, wir schrieben gemeinsam für einen Blog; er brach diesen erst ab, als er (dies unterstelle ich) merkte, daß ich, bei all meinen Bemühungen, seinen Weg nicht pauschal abzulehnen, sondern zu verstehen, diesem nicht folgen wollte.

Glück finden für Unzeitgemäße

Doch, und das ist ein wesentlicher Punkt, der „Herrengedeck“ von anderen rechten Romanen, etwa John Hoewers „Europa Power Brutal“ oder Björn Clemens’ „Pascal Ormunait“ (beide für sich durchaus gelungen), unterscheidet, verweist die Milieuschilderung hier nicht auf einen wesentlich außerhalb des Protagonisten zu findenden Zweck, sondern ist nur der Hintergrund einer persönlichen Entwicklungsgeschichte, wenn auch mehr als nur zufällig oder willkürlich, denn zur Frage „Warum rechts?“ finden sich gleichwohl ernsthafte Überlegungen biografischer wie inhaltlicher Natur.

Und doch wird klar, daß ein Großteil des Unglücks des schnodderigen Antihelden aus dessen innerer Unreife herrührt. Er lernt eine außergewöhnliche Frau kennen, doch die Beziehung alleine kann ihn nicht in die Spur bringen, und gerade in den sehr direkt bis süffisant geschilderten Bettszenen zeigt sich tief sitzende Liebesunfähigkeit. Sein der Betäubung der gefühlten Sinnleere dienender exzessiver Alkoholkonsum führt ihn nicht nur nahe an die Selbstzerstörung, er droht auch, die Gefährtin mit in den Abgrund zu reißen, und so muß er erst die tiefe Nacht der Seele durchwandern und dem Tod begegnen.

Zuletzt aber wird für den Protagonisten der auch auf dem Buchrückentext zitierte Ausspruch wahr, sein innerster Wunsch erfüllt sich, denn plötzlich ist da ein Sinn, und da, wo ein Sinn ist, ist Heilung möglich ….

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