„Und wenn alle anderen die Lüge akzeptierten, die die Partei aufzwang – wenn alle Aufzeichnungen dieselbe Geschichte erzählten –, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde zur Wahrheit.“
„Die Partei sagte dir, du solltest die Evidenz deiner Augen und Ohren ablehnen. Das war ihr letzter, entscheidender Befehl.“
(George Orwell „1984“)
Diese Zitate aus „1984“ beschreiben ein Phänomen, das wir heute hautnah erleben. Doch anstatt um eine „Partei“ handelt es sich um ein gigantisches Kartell aus Parteien, Organisationen und Medien, das vor allem in der Werbung und Unterhaltungsindustrie der Bevölkerung eine absurde Pseudorealität vorgaukelt. Woran liegt das?
Hat die Linke kapituliert?
Einst war die Linke der große Gegenspieler des Kapitalismus. Der global siegreiche Kapitalismus hat jedoch seine Auseinandersetzung mit der traditionell klassenkämpferischen Linken eindeutig gewonnen und entzieht sich mittlerweile weitgehend grundsätzlicher Kritik. Da verbleibt der Linken letztlich nur eine woke-grüne Spielwiese, wobei diese kurioserweise vom Kapital auch noch in ihre eigene Strategie der Profitmaximierung integriert werden konnte.
Anstatt des überholten Klassenkampfes geht es nun um „die strukturelle, also tief in die Gesellschaft eingeprägte Diskriminierung…von Menschen, die als marginalisiert gelten“.
(Alexander Wendt „Verachtung nach unten“ S. 69).
„War vor 30 Jahren die Arbeiterschaft in der Gesellschaft männlich, weiß und heterosexuell, so ist sie heute extrem divers geworden. Zudem nimmt die Arbeiterschaft in der Gesellschaft immer weiter ab“ so Yannick Hahn, stellvertretender SPD-Vorsitzender der SPD-Mitte in der „Welt (zitiert nach Wendt S. 120).
„Wokeness ist die Überlebenstechnik des unter Druck geratenen Kapitalismus nach dem Crash 2008. Diese Finanzkrise, die allgemein als Legitimationskrise des Kapitalismus erlebt wurde, stellt den entscheidenden kulturellen Wendepunkt dar“.
(Norbert Bolz „Zurück zur Normalität“, S. 48).
Marcuse als Leitideologe der „Neuen Linken“
Von Markuses Schriften, wie „Der eindimensionale Mensch“ angeleitet, hat sich seit den 60er Jahren eine „Neue Linke“ gebildet, die die Konsequenzen aus dem „Versagen“ der Arbeiterklasse ab dem 1. Weltkrieg zog. Als einflussreichster Denker der Frankfurter Schule schrieb Markuse Proletariat und Revolution ab und setzte nur noch auf Revolten durch Minderheiten:
„Unter der konservativen Volksbasis liegt das Substrat der Ausgestoßenen und Außenseiter: die Ausgebeuteten und Verfolgten anderer Rassen und anderer Farben, die Arbeitslosen und Nichtbeschäftigbaren. Sie existieren außerhalb des demokratischen Prozesses; ihr Leben ist das unmittelbarste und realste Bedürfnis nach Abschaffung unerträglicher Verhältnisse und Institutionen. (…) Ihre Opposition trifft das System von außen und wird deshalb nicht durch das System abgelenkt; sie ist eine elementare Kraft, die die Regeln des Spiels verletzt und es damit als ein aufgetakeltes Spiel enthüllt.“
(„Der Eindimensionale Mensch“, S. 256 des engl. Originals)
„Opposition… manifestiert sich in der diffusen Rebellion unter den Jugendlichen und der Intelligenz sowie im täglichen Kampf der verfolgten Minoritäten.“
(„Versuch über die Befreiung“, S. 7 des engl. Originals)
„Die Ghettobewohner mögen durchaus zur ersten Massenbasis der Revolte (wenn auch nicht der Revolution) werden. (…) Das ist bei der Ghettobevölkerung und den Arbeitslosen in den Vereinigten Staaten der Fall; es gilt ebenso für die arbeitenden Klassen in den rückständigeren kapitalistischen Ländern. Vielleicht kommt ihr stärkster Anstoß von sozialen Gruppen, die bislang außerhalb des Bereichs der höheren Kultur, außerhalb ihrer affirmativen, sublimierenden und rechtfertigenden Magie verblieben sind – von Menschen, die im Schatten dieser Kultur gelebt haben, von den Opfern des Machtgefüges, das die Basis dieser Kultur war.“
(S. 53 des engl. Originals)
Wendt resümiert: „Die materiellen Wertschöpfer spielen so gut wie keine Rolle mehr. Und ihre Reste lassen sich spielend mit Identitätspolitik aufsammeln.“ (S.120)
Die linksliberale Symbiose
Es wäre zu simpel zu sagen, dass der Kapitalismus über die Linken triumphiert und diese in sein System eingebaut habe, genauso wie es zu einfach wäre, zu behaupten, dass die Linken den Kapitalismus überwältigt und kooptiert hätten. Viel mehr kommt angesichts der „Verbürgerlichung“ (zumindest in ökonomischer Hinsicht) des einstigen Proletariats und der immer schon latenten Kosmopolitisierung des höheren Bürgertums eine Art von Symbiose im Linksliberalismus zu tragen.
Wenn Michael Klonovsky davon spricht, dass die Linke heute nicht mehr der Widerpart des Kapitalismus sei, sondern sein Parasit, dann geht es nicht mehr um einen fundamentalen ideologischen Klassenkonflikt, sondern um einen sich stetig neu aushandelnden Streit um Verteilung und Deutungshoheit innerhalb eines geteilten Systems. Über Grundsätzliches, wie den gesellschaftlichen Fortschritt hin zu mehr Emanzipation, ist man sich einig. Das Nachsehen haben Alt-Linke (die störrisch an überholten Fortschrittsideen ihrer eigenen Jugend festhalten) und natürlich Rechte Kräfte.
Anders als der klassische Klassenkampf ist Marcuses Idee einer fortschreitenden Emanzipation für den einfachen Menschen jedoch eher abstrakt und relativ weit von seiner normalen Lebensrealität entfernt. Hier kommt es darauf an, seinen Geist erst in Form zu bringen und auf die kommende Gesellschaft einzustimmen.
Überall die gleichen Botschaften
„Kommunikationswissenschaftler gehen davon aus, dass jeder Mensch Tag für Tag mindestens 3000 Werbebotschaften…wahrnimmt“.
(Oliver Errichello „Werbung für den Zeitgeist“, S. 38).
Wer sich heute durch die Straßen der Städte bewegt, muss feststellen, dass er sich bis ins Kleinste einer Flut an Propagandabildern und -Parolen mit immer dem gleichen Inhalt ausgesetzt sieht.
Das Augenscheinlichste sind die in den Medien gezeigten Menschen. Sie sind kein tatsächliches, repräsentatives Abbild der gegenwärtigen Gesellschaft, sondern ein Phantasieprodukt woker Propagandisten, wie sie es sich für die Zukunft ausmalen:
Das extrem übergewichtige, farbige Model wirbt für sexy Kleidung, der meist weibliche Single, hat „es sich verdient“ – mit oder ohne schnurrende Katze – in aller Ruhe ohne störende Kinder zu konsumieren, der lebensuntaugliche Underdog ist stolz auf sein neues Bankkonto, oder man zeigt den obligatorischen Schwarzen mit MINT-Hintergrund, nicht zu vergessen das sympathische, schwule Pärchen oder der gerne als tollpatschiger, harmloser Trottel dargestellte weiße Mann.
Vor allem aber: die rassisch gemischten Partnerschaften und gemischten Familien, bei denen in aller Regel der farbige oder schwarze Mann eine hellhäutigere Partnerin hat, während umgekehrt die helleren Frauen fast immer mit einem dunkleren Partner zusammen sind. Oft haben diese dann auch den entsprechenden Nachwuchs, während die rein Weißen mehrheitlich längst von der Ein-Kind-Familie zur Ein-bis zwei-Hund-Lebensabschnittspartnerschaft gewechselt haben oder gar als Single den Hedonismus als Lebensziel verfolgen.
Dieser Comic des berüchtigten amerikanischen Comic-Künstlers Stonetoss scheint deshalb auch nie alt zu werden:

Man ist sich im Kartell von der Mitte bis Links grundsätzlich einig. Der weltweite Einheitskonsument braucht weder Grenzen, Familie, Volk, Rasse, Nationalstaat, Religion noch Tradition. Sexuelle Tabus werden zersetzt.
Firmen als politische Akteure
Es ist nicht mehr zu übersehen und seit einiger Zeit ein stabiler Trend: Unternehmen mischen sich in die Politik ein. Die wenigsten tun es aus Überzeugung, wie anscheinend „Fritz Kola“, „1. FC Sankt Pauli“, „Flix-Bus“ oder „Ben und Jerry`s“, die man direkt dem linken oder woken Spektrum zuordnen kann. Marken, wie „Budweiser“, testen die Belastungsgrenzen ihrer überwiegend konservativen Käufer, „Tschibo“ ist mit dem weitgehenden Verzicht auf Weiße in der Werbung offensichtlich selbst von Multikulturalität überzeugt und auch bei Coca-Cola oder Starbucks kann man sich nicht eines antiweißen Eindrucks erwehren.
Wo nicht direkt die anti-weiße oder anti-westliche Karte gespielt wird, versucht man sich Liebkind mit anderen progressiven Trends oder zumindest Werbedesigns zu machen, um als hip und bloß nicht als gestrig wahrgenommen zu werden, wie die Fälle Gilette oder Jaguars Markenselbstzerstörung zeigen.
Mittels ESG (Environmental, Social, Governance) und DEI (Diversity, Equity, Inclusion) wirken Aktivisten, NGOs, Staaten und überstaatliche Intitutionen seit Jahrzehnten unheilvoll auf Unternehmen ein, indem sie Regelwerke aufstellen, die von Empfehlungen bis zu Gesetzen reichen.
Die Film- und Musikindustrie
Mark Dice schreibt in der Einleitung zu seinem Buch „Hollywood Propaganda“:
„Viele Leute sagen: ‚Ich interessiere mich nicht für Politik‘, aber in Wirklichkeit ist Popkultur Politik. Sie ist tief in den Stoff von Filmen, Fernsehserien, Musik – und mittlerweile sogar im Profisport eingewoben. So wie Kunst das Leben nachahmt, ahmt das Leben die Kunst nach. Und was oft nur als bloßes ‚Entertainment‘ wahrgenommen wird, dient tatsächlich als Gefäß, um sorgfältig gestaltete Propaganda-Stücke zu transportieren – mit der gleichen Absicht, das Publikum zu beeinflussen, wie es zu unterhalten.“
Die Filmindustrie ist wesentlich für die woke Gehirnwäsche. Nirgendwo, wenn man von der Werbung absieht, wird mehr in Richtung einer woken, multikulturellen Utopie manipuliert. Ihre auf Emotionen abzielenden Möglichkeiten werden durch mediumspezifische Vorteile multipliziert und zur Vollendung gebracht. Hier werden blonde Weiße weltweit als Bösewichte oder blonde Frauen als Dummchen präsentiert, während die Farbigen, besonders die Schwarzen, zumeist als perfekte Kämpfer, Liebhaber, tiefsinnige, warmherzige und hochintelligente Menschen erscheinen.
„‚Diversität‘ ist ein Codewort, das bedeutet: weniger weiße Menschen. Und in den letzten Jahren ist Hollywood regelrecht besessen davon, was Liberale für zu viele weiße Hauptdarsteller in Filmen und Serien halten.“
(Mark Dice, S. 102)
So gibt es zunehmend Filme, in denen Weiße durch Farbige ersetzt werden, wie bei Disneys Arielle. Da werden selbst historische Persönlichkeiten, wie eine Jeanne d´Arc, zu einer schwarzen Heldin.
Ob Kino, ob Game-Industrie oder in Comics: Der Weiße verschwindet langsam und wird ersetzt durch Farbige und Schwarze. Antiweiße Manipulationen finden sich im gleichen Umfang in der Musikbranche, die eng mit der Filmindustrie verwoben ist.
Die kostengünstigste Image-Verbesserung
Es ist gängige Praxis: Was ist billiger und erfolgversprechender für ein positives Image, als ein Werbebild von einem Unternehmen, das „nachhaltig“ produziert, die Umwelt schont, alle Menschen als gleich ansieht, Minderheiten besonders unterstützt und für eine Welt mit grenzenlos toleranter, gemischtrassiger Bevölkerung eintritt? Wer kann so etwas nicht wollen?
„In der Kaste der Wohlgesinnten…herrscht von der verwandelten Linken bis zu den Neubürgerlichen neben der selbstverständlich akzeptierten Trennung in ein Zentrum und eine Peripherie auch weitgehende Einigkeit darin, dass die wesentlichen Konflikte der Gesellschaft nicht mehr in der alten materiellen Sphäre stattfinden…“ vielmehr „die strukturelle, also tief in die Gesellschaft eingeprägte Diskriminierung“ von sexuellen und anderen Minderheiten, besonders Nichtweißen, das Problem sei.
(Wendt S. 68 f.)
Nicht nur in den Transnationalen Konzernen glaubt man bis heute, dass ein „progressives“ Unternehmensimage auch ein Vorteil bei der Rekrutierung von Spitzenpersonal sei. Betrachtet man diese umworbenen Fachkräfte näher, kann man bei ihnen durchaus eine Affinität zum grünen und woken Bereich konstatieren.
Seit kurzem mehren sich allerdings die begründeten Zweifel, ob eine verstärkte Einstellung Nichtweißer nicht schädlich für die Profitmaximierung ist, da hier das Prinzip der Meritokratie ausgeschaltet wurde. Die Zuordnung zu einer Minderheit ist eben noch lange keine Garantie für höhere Leistungen. Für das Gegenteil gibt es gute Argumente.
Die Werbeindustrie
Besonders die Werbeindustrie hat einen starken woke-grünen Einschlag. Als Bottom-Feeder-Fortsatz der Kulturindustrie ist das kein Wunder. Hier werden im Zweifel habituell linke Kreativleute beschäftigt, für die es in der (Hoch)Kulturproduktion keine Stellen mehr gab. Sie drängt deshalb den Firmen Werbekonzepte auf, die im vornherein politisch-gesellschaftlich einseitig sind. Das liegt an den vorwiegend in woken Blasen lebenden Mitarbeitern, die größtenteils persönlich und politisch gleich ausgerichtet sind.
„Die Bewußtseinsindustrie hat von Rot auf Grün umgestellt“ urteilt Norbert Bolz (S. 29). Gleiches gilt natürlich genauso für die woken Themen und so wundert es auch nicht, dass der berufliche Nachwuchs entsprechend konditioniert ist.
Sie setzen auf Entwicklungen, die sie als erwartbar und wünschbar betrachten. Gesellschaftliche Trends, wie der Verzicht auf weiße Kinder, die Urbanisierung, die kommende Dominanz Nichtweißer oder die Zunahme von LGBTQ+-Personen stehen im Vordergrund. Wie die globale Wirtschaft, wollen sie einen weltweit einheitlichen Menschen, der die gleichen Ansichten hat und die gleichen Produkte konsumiert. Daher bildet man nicht die reale Welt ab, sondern eine woke, multikulturelle, zukünftige Wunsch- und Traumwelt des ungestörten Konsums. Hier treffen sich Unternehmen und Werbung.
Die Flankierung durch die erwähnten ESG-Maßnahmen und Regularien erschafft sogar eine dezidierte Nachfrage nach genau dieser Art von Werbung und Marketing und sorgt dafür, dass linke Kreativleute nicht einfach nur ein Auskommen finden und subkutan ihre Überzeugungen in die Werbung mit einfließen lassen, sondern dem Konsumenten expressiv aufdrücken können.
Nebenbei erfüllt die Werbung auch den Auftrag, die Nachfrage an überflüssigen und schädlichen Produkten zu wecken und deren Nachteile zu verschweigen, weil auch bei ihr der Profit an erster Stelle steht.
Wer sind die „Wohlgesinnten“?
Die woken Werbemitarbeiter sind ein nicht unbedeutender Teil einer großen Gruppe in der Gesellschaft, die Alexander Wendt mit „die Wohlgesinnten“ beschreibt:
„Handelt es sich um ein Milieu, eine neue Klasse, eine Kaste, eine Schicht, wenn wir von den Wohlgesinnten im Zentrum der Gesellschaft sprechen, die in den Medien, Politik und Institutionen Begriffe prägen, Diskussionsregeln aufstellen und Sinn produzieren? Für jede einzelne Bezeichnung gäbe es gute Gründe. Nur der Klassenbegriff passt hier nicht.“
(S.67 Wendt)
Alles hat seine Grenzen, doch die woke-grüne Propaganda macht unter allen Umständen weiter, solange es irgend geht:
„Werbung richtet sich oft nur noch an Werber und an niemanden anderen sonst. Es ist die symbolhafte Versicherung der eigenen Aufgeklärtheit und im Kern nichts anderes als eine bornierte und selbstverliebte Darstellung…“
(Errichello, S. 203)
Der Konsument
Warum macht der Konsument das mit? Der Konsument kauft einen großen Teil seiner Produkte auf Grund von Werbung. Wenn er die Qualität erfüllt sieht und als Zugabe auch noch „Klima“, „Toleranz“ oder sonstige „Werte“ unterstützen kann, fühlt er sich noch besser. Ob der Kasten Bier, der hilft den Regenwald zu retten, allerdings dadurch schneller leer wird, sei dahingestellt.
„Kaum irgendwo herrscht so viel Kundenzufriedenheit wie auf dem Markt der Moral. Wer den Zusatznutzen mindestens so hoch schätzt wie das Materielle, wer Geld ausgibt in der Erwartung, sein kulturelles Kapital zu stärken, der hütet sich, seine Investition durch Nachfragen zu zerstören.“
(Wendt, S. 261)
Die Firmeninhaber
Immer weniger Firmen gehören einem einzelnen Unternehmer. Daher stellen die Einflussnahme eines Würth oder einer Familie Rossmann auf die politische Ausrichtung ihrer Firmen die Ausnahme dar. International tätige Manager von großen Firmen neigen zu globalistischen Positionen. Sie sind zwar knallhart profitorientiert, haben aber auch tendenziell grüne und links-woke Einstellungen, nicht weil sie im klassischen Sinne besonders sozialistisch wären, sondern weil sich ihr Kosmopolitismus stark mit der Lebens- und Denkwelt moderner progressiver Linker überschneidet. Bereits 1941 hat James Burnham sein Buch „The Mangerialism“ veröffentlicht, in dem das Aufkommen des Mangers beschrieben wurde.
Auch ist die Verquickung dieser managerialen Klasse mit der Politik nicht zu unterschätzen. Lobbyismus geht nicht nur einen Weg. Will ein Konzern ihm genehme politische Regelungen erreichen (oder zumindest die Beteiligung an Subventionen oder Staatsaufträgen) so tut er womöglich gut daran, die Narrative des herrschenden politischen Zeitgeistes zu stützen (aber ggf. in der eigenen Geschäftspraxis nicht entsprechend zu handeln). Man sei hier zum Beispiel an die Aussagen von Dieter Zetsche zu Angela Merkels Flüchtlingspolitik erinnert.
Jenseits der Ebene aktiver Manager gibt es auch solche gemachten Männer, die ökonomisch so saturiert sind, dass ihr Interesse sich darauf verschiebt, Politik als eine Art neues Hobby zu betrachten. Die Politisierung von etlichen Milliardären entstammt persönlichen sowie finanziellen Interessen. Ihr Einfluss ist durch politische Spenden sowie von ihnen gegründete oder finanzierte NGOs beträchtlich. George Soros ist ein solches negatives Beispiel, wie es Gábor G. Fodor in seinem Buch „Orbán gegen Soros“ überzeugend darstellt.
Den Bogen überspannt?
Möglicherweise ist der Bogen bereits überspannt. Boykotte und politische Einflüsse der Trump-Regierung zeigen Wirkung. Auch in Deutschland mehren sich z.B. wie bei Tschibo oder Milram die Einschläge. Eine konservative Kampagne gegen eine Trans-Werbung der Firma „Budweiser“ hat die Grenzen für woke Werbung aufgezeigt: Hunderte von Millionen Dollars weniger in der Kasse führten zu einem Kurswechsel, den andere Firmen mittlerweile auch vollziehen. Solange einen woke Werbung noch nichts kostete, war sie nur recht und billig. Man versucht jetzt, diffiziler vorzugehen und den Holzhammer durch softere Manipulationstechniken zu ersetzen. Was im Linksliberalismus die Manager und die Linken am Ende unterscheidet, ist dann doch die Angewiesenheit auf Umsätze.
Hat Wokeness einen positiven Endeffekt?
Edwar Dutton und J. O. A. Rayner-Hilles stellen in ihrem Buch „Woke Eugenics – How Social Justice is a Mask for Social Darwinism“ eine interessante, provokative These auf:
„Die politische Rechte betrachtet Wokeness seit Langem als Zerstörungsagenten des Westens. Aber was, wenn genau das Gegenteil stimmt? Was, wenn Wokeness der Westen ist, der versucht, sich selbst zu retten? Sollten Konservative Wokeness mit offenen Armen willkommen heißen? Der moderne Wohlstand hat den Selektionsdruck abgemildert und genetische Mutationen wuchern lassen – wie man am Anstieg antisozialen Verhaltens und am Rückgang der Intelligenz sieht. Wokeness spricht genau diese genetischen Mutanten an und überzeugt sie, nicht mehr zu reproduzieren – und entfernt sie damit aus dem Genpool. Wokeness ist die ultimative Eugenik.“
(Zusammenfassung Rückseite Taschenbuchausgabe)
Angesichts des Ausmaßes der woken Zersetzung fällt es einem schwer, dies als Trost anzusehen.
Fazit
Die Linke hat den Arbeiter und den Klassenkampf aufgegeben. Sie kümmert sich stattdessen um Minderheiten. Unternehmen greifen dies dankbar auf und treiben über ihre Werbung grün-woke Propaganda, soweit es dem Profit nützt. Unterhaltungsindustrie und Werbewirtschaft sind durchsetzt mit grünen und woken Mitarbeitern. Von der EU und zahlreichen Regierungen wird ein politischer Druck in dieselbe Richtung aufgebaut.
Die Konsumenten tolerieren dies weitgehend im Glauben, dass sie durch grün-woken Konsum zu einer besseren Welt beitragen. Es erscheint wie eine allseitige Win-Win-Situation. Die dazu notwendige kognitive Dissonanz bröckelt jedoch angesichts einer zunehmenden Maßlosigkeit bei der nicht mehr zu überbrückenden Kluft zwischen der simulierten und der tatsächlichen Welt. Die Propaganda stößt langsam an ihre Grenzen, da der weiße Westen sich mittlerweile nicht mehr übersehbar im Niedergang befindet.







