Seit unserer Gründung machen wir keinen Hehl daraus: Wir wandeln auf den Pfaden Christian Illners. Er hat uns inspiriert, wie wir als Neue Rechte an Kultur herantreten können. Ja, er hat dazu beigetragen, dass wir uns selbst als rechts erkannt haben! Und heute verraten wir euch, wie man in das Denken von Christian Illner einsteigen und es verstehen kann!
Lange mussten wir warten, bis endlich sein erstes Buch erschienen ist. Jetzt ist es soweit! Das Kaplaken mit der Nummer 104 ist da: Die Tiefe Rechte. Auf 96 Seiten verdichtet können wir lesen, was Rechts und Links, Tiefe Rechte und Flache Rechte sind und wie die rechte Gefährtenschaft auszusehen hat. Das ist viel Inhalt und tatsächlich scheint man bei Antaios ein wenig getrickst zu haben: Der Rand ist schmaler als bei den normalen Kaplakenbändchen.

Illner im Anzug? Das große Rebranding!
Die meisten kennen Illner nur als den kauzigen Waldschrat aus der Eifel. Seit einiger Zeit versucht er sich von diesem Image zu emanzipieren. Er will zeigen, dass er nicht bloß die humorige Kunstfigur „Outdoor Illner“ ist, der Bier aus Plastikflaschen trinkt und mit „Mountain Mumme“ und „Prepping Preter“ im Wald herumalbert. Dabei sollte man nicht unterschätzen, wie viel philosophische Tiefe schon in seinen satirischen Outdoor-Videos steckt. So zum Beispiel in seinem legendären Video zum Waffenrecht: der Pizzaschneider als König der Grauzonen.
Das neue seriöse Auftreten wurde schon mit seinem neuen YouTube-Kanal Illnereignis Anfang 2025 sichtbar. Auf dem Sommerfest in Schnellroda war nun der Höhepunkt des Rebrandings zu erleben: Hier präsentierte sich Illner gepflegt mit Glatze, kurzem Bart und einem Anzug (!). (Also bereit für die Karlstage!) Ja gut, das mit den Haaren war schon einige Jahre überfällig, standen die letzten verbliebenen Exemplare schon lange auf verlorenem Posten.
Ehrlich gesagt finde ich, dass damit auch etwas von seiner einzigartigen Aura verloren gegangen ist. Es ist nunmal archetypisch, dass der Lehrmeister auf der Heldenreise zuerst nicht erkannt wird. Man denke an Meister Yoda. Dazu ist mir der neue Bart etwas zu kurz geraten. Ein gepflegter, voller Bart ist ein guter Ausgleich für fehlendes Haupthaar.

Wer oder was ist rechts?
Zurück zum Buch. Ein Großteil der Leser wird mit einem Verständnis von Rechts und Links an die Lektüre herantreten, welches vom Schulunterricht und Wikipedia geprägt ist. Also auf Definitionen basiert, die man einmal gelernt hat. Illner geht einen radikal anderen Weg:
„Wir arbeiten uns ab an der Frage, was rechts ist, oft bis zur Kapitulation, um die viel einfachere Frage abzuwehren, wer rechts ist.“
Dieser Satz hat enorme Tragweite. Es geht darum, alle Definitionen von den Begriffen rechts und links, die wir gelernt haben, erst einmal loszulassen. Autorität, Hierarchien, Skeptisches Menschenbild, Sozialstaat etc. Stattdessen sollen wir eine neue Frage stellen: Wer wird in die rechte Ecke gestellt?
Denn auch Illner ist sich ganz bewusst, dass das heute zuerst eine Feindmarkierung ist. Doch er stellt fest, dass sie nicht willkürlich ist und wir uns auch nicht der Definitionsmacht unserer Feinde unterwerfen, wenn wir sie annehmen. Wenn wir uns also vom „Wer“ ausgehend dem Begriff neu nähern, beginnen sich die Widersprüche aufzulösen und uns eröffnet sich eine neue Klarheit, die über die gelernten Schubladen hinausgeht.
Die Tiefe Rechte
Da der Begriff der „Tiefen Rechten“ sehr gut klingt, ist er gerne aufgegriffen und frei verwendet worden. Mit dem Kaplakenbändchen holt ihn sich Illner wieder zurück und führt aus, was tatsächlich damit gemeint ist.
Aus der Frage, wer wir sind, ergibt sich eine ganz neue Identität als Bewegung. Auf dieser Grundlage entwirft Illner die Rechte als eine Gefährtenschaft. In einer Artikelserie hatten wir bereits ausgeführt, warum die Gefährtenschaft ein ganz anderes Verständnis ist als die altrechte Kameradschaft. Es geht darum, sich nicht über den Feind und den Kampf zu definieren, sondern das eigene Wesen zu ergründen. Das ist vor allem die Aufgabe der Tiefen Rechten.
An dieser Stelle beschreibt er die Flache, Mittlere und Tiefe Rechte, was sie unterscheidet und welche Rolle sie zu spielen haben. Konzepte also, die er bereits in Vorträgen und Videos thematisiert hat, aber noch nie so dicht und geballt von ihm beschrieben wurden. Dabei hat er berücksichtigt, wie Kritiker auf seine Ideen reagiert haben und geht, soweit es in der Kürze möglich ist, auf sie ein.
Neu war für mich der Begriff der „Hohen Rechten“, der sich allein sprachlich als das Gegenstück zur Tiefen Rechten aufdrängt. Aber Illner stellt fest, dass das mehr eine Möglichkeit ist, denn in der realen Rechten kann er leider noch nicht das Hohe erkennen.
Wie konkret ist das Buch?
Es ist bereits ein Meme: Illner wird ständig vorgeworfen, er sei zu abstrakt und zu wenig konkret. Bekannt ist die Diskussion mit dem Schattenmacher bei der Gegenuni, der ihn auffordert, doch endlich einmal konkret zu werden. Auch sein Vorbild und Inspiration, der Philosoph Martin Heidegger, ist nicht dafür bekannt, einfach verständlich und zugänglich zu sein. Es ist kein analytisches Denken, das von oben herab Dinge seziert und zerschneidet, wie wir es gewohnt sind. Stattdessen werden die Phänomene ersteinmal sein gelassen und nicht in Definitions-Schubladen gesteckt.
Dagegen beziehen Heidegger und Illner Dinge ein, die in unserer Sprache stecken und uns oft nicht bewusst sind. Nehmen wir die Wörter „Das Eigene“, „eigentlich“, „Eigentlichkeit“, „die Ent-Eignung“. Unsere Sprache zeigt, dass hier eine Verbindung besteht. Dass man in dem Wort „Enteignung“ mehr sehen kann als das Wegnehmen von Häusern durch den Staat, sondern auch den Verlust der Eigentlichkeit, das heißt, dass die Dinge ihrem Wesen beraubt werden. Eine solche Sprache ist im ersten Moment jedoch ungewohnt und wirkt verworren.
Leider muss ich feststellen, dass für diejenigen, die noch nicht in das „Illner-Game“ eingestiegen sind, auch in seinem Büchlein etliche Dinge schwer zu verstehen sind. Das ist auch der Kürze des Buches geschuldet. Viele Dinge werden nur ganz verkürzt angeschnitten. Wer seine Vorträge nicht kennt und auch nicht mit Heidegger vertraut ist, dem werden viele Gedanken unverständlich bleiben oder sie werden missverstanden.
Dazu kommt, dass man beim Verlag Antaios gerne eine intellektuelle und bedeutungsschwere Sprache einer einfachen und verständlichen Sprache vorzieht. Als Lektor hätte ich stärker darauf gedrängt, den unvorbereiteten Leser besser abzuholen. So wird es den Kritikern einfach gemacht, es als „Schwurbeln“ oder “Raunen“ abzutun, weil es ein hohes „Verstehen wollen“ der Leser voraussetzt. Die schwere Sprache hätte ich mir dann für das richtige Buch mit mindestens 300 Seiten aufgespart!
Hilfe, ich verstehe nur Bahnhof!
Wer mitten im Buch (oder in einem Vortrag) gelandet ist und das Gefühl hat, nur noch Bahnhof zu verstehen, den kann ich beruhigen: Das ist bei Illner nichts Außergewöhnliches. Mein Vorschlag an die Leser wäre an dieser Stelle, einmal zum Kapitel 5, den „konkreten“ Vorschlägen zur Gefährtenschaft zu springen.
Auch mir ging es vor vielen Jahren so, dass ich zuerst erkannt habe, dass seine Kritiken und Vorschläge gut sind und sie in eine ganz andere Richtung weisen, als alle anderen rechten Denker, die ich kannte. Erkenntnisse, die ich mir über viele Jahre mühsam erarbeitet habe, schienen ihm viel leichter zu fallen und er war mir immer einen Schritt voraus. Das hat die Neugier in mir geweckt. Dann wollte ich auch verstehen, wie er denkt und wie er es schafft, zu seinen Schlüssen zu gelangen!
Illner ist selbst ein Freund des sogenannten „Hermeneutischen Zirkels“, was vereinfacht ausgedrückt bedeutet: Wenn du einen Text mehrfach liest oder Vorträge mehrfach anhörst, kann sich dir auf einmal ein ganz neues Verständnis eröffnen. Während beim ersten Durchgang noch große Teile unverständlich bleiben, zeichnet sich nach und nach das große Bild ab.
Vorträge zum Verstehen
Es ist auf jeden Fall ratsam, sich zu dem Buch auch Vorträge von Illner anzuhören. Hier führt er viele Dinge aus, die für das Verständnis entscheidend sind und in dem schmalen Kaplakenbändchen keinen Platz gefunden haben. Wir haben für euch eine Liste zusammengestellt, die den Einstieg erleichtern soll:
Einstieg: Phänomene und Methode
- Lieber tot als weder rechts noch rot! (Wutrede gg. die Lauwarmen)
Du hältst nichts von links/rechts? Schubladendenken, Spalterei, „wir sitzen doch alle im selben Boot“? Illner hält dir den Spiegel vor! Keine trockene Theorie, sondern Wut, Sarkasmus und eine saftige Abreibung für alle, die sich für zu clever für die Welt halten. Wer sich nicht zuordnet, verhindert keine Spaltung, sondern wird handlungsunfähig. Remigration als Lagerkonsens
Die Frage, die sich jeder Rechte irgendwann stellt: Wer sind wir eigentlich? Illners Antwort ist verblüffend simpel und verändert alles: nicht Deutsche, nicht Traditionalisten, sondern die, die befeindet werden: Die Rechten. Das Verständnis unserer Identität wird somit neu gedacht.- Verschwörungstheorien – Sackgasse für einen guten Aufbruch
An den Charakteristiken des Verschwörungsdenkens entfaltet Illner sein Geschichts- und Weltverständnis: Welt als Sinnzusammenhang, nicht Mechanik. Lebenswelt gegen wissenschaftliche Abstraktion. Und die Kernfrage: Wenn Geschichte von oben kaperbar wäre: Was wäre das für eine lächerliche Geschichte? - (opt.) Christian Illner über das Feindbild des ewigen Boomers | Thymos Podcast #17
Eine hitzige Lager-Debatte über die Generation der Baby-Boomer wird aufgegrifen. Stefan und Alex formulieren die flache Boomer-Kritik, Illner ordnet sie tiefrechts ein. Kein Generationenkonflikt, sondern das Altrechte, das sich einen Feind schafft. Illner im Thymos Podcast mit kritischen Nachfragen, zugänglicher aber auch länger als einzelne Vorträge. Unendliches Wachstum auf einem endlichen Planeten?
Du kennst das konservative Argument: unendliches Wachstum auf endlichem Planeten ist unmöglich. Illner zerlegt es, zeigt warum es so nicht stimmt und baut es dann auf eine Weise neu auf, die tatsächlich trägt. Nebenbei lernst du, warum Kapitalismus und Kommunismus keine Feinde sondern Komplizen sind.(opt.) „Ewiges Wachstum“ nach innen: Wie Grüne die Technik aufrüsten
Die Grünen als Feind der Technik? Das Gegenteil ist der Fall: Sie rüsten sie auf, indem sie sie zur inneren Zersetzung zwingen. Ein konkretes Fallbeispiel, wie Illners Technikkritik in der politischen Realität funktioniert.
Grundlagen – Was ist das Rechte?
Die Rechte, das Geheimnis und die Kluft zwischen Mythos und Logos
Falls du je das Gefühl hattest, zwischen dem, was du rational weißt, und dem, was du empfindest (Heimat, Mythos, Glaube), klafft ein Riss: Dieser Vortrag benennt ihn und erklärt, warum genau dieser Riss das Kernproblem unserer Zivilisation ist. Illners persönlichster Vortrag.Die Gefährtenschaft – ein Entwurf, ein Vorschlag
Genug kritisiert, genug analysiert. Hier kommt Illners positive Vision: Wie sähe eine rechte Bewegung aus, die sich nicht über ihren Feind definiert? Offenheit, Geborgenheit, Dreigliedrigkeit. Der Vortrag zum Kaplakenbändchen.- (opt.) Rechts als Wort und Schicksal
Eine Frage, die du dir wahrscheinlich nie gestellt hast: Warum heißt das Gute ausgerechnet rechts und das Böse links? Die Antwort ist keine historische Randnotiz, sondern eine Offenbarung darüber, wie Sprache und Realität zusammenhängen und warum wir in einer linken Geschichte leben. (opt.) Standpunkte | Wille versus Gelassenheit | Schattenmacher & Outdoor Illner
Können Illners Ideen einem echten Gegner standhalten? Der Schattenmacher, der klügste Verfechter der Wille-zur-Macht-Rechten, stellt kritische Fragen und Illner muss antworten. Ohne die Vorträge klingt das nach Aneinander-Vorbeireden aus. Mit ihnen im Rücken erkennst du, woran der Schattenmacher scheitert.
Vertiefung und Kritik
- Das geheime Leben der Vergangenheit
Kurz und unverzichtbar: Illner stellt Weltmodelle vor und zeigt, warum weder das starre Subjekt-Objekt-Denken noch die postmoderne Auflösung tragen. Sein Gegenmodell: Überschneidung, Weltverhältnis, Gewesenheit. Wichtige begriffliche Grundlagen werden geklärt. Die agendalose Agenda der Tiefen Rechten
Die praktische Frage nach Gefährtenschaft: Wie setzt man eine radikale Idee durch, ohne zur Spaltungsmaschine zu werden? Die Antwort ist paradox und verblüffend konkret: durch Agendalosigkeit und Gelassenheit. Wer wissen will, wie tieferechtes Handeln aussieht, muss diesen Vortrag hören.Spalten & Scheitern – Die Tugenden des Willensrechten
Illners angriffslustigster Vortrag. Hier bekommt der Willensrechte sein Fett weg, den du im rechten Lager garantiert schon getroffen hast: Nietzsche-Fan, Selbstoptimierer, Instagram-Krieger. Aber es geht um mehr als Polemik, es geht darum, warum der Wille zur Macht notwendig scheitert.(opt.) Warum Wissenschaft „Rasse“ abschaffen muss und die Linken dabei helfen
Ein echtes Dilemma: Die Wissenschaft scheint die rechte Position zu Rasse/IQ zu stützen. Illner zeigt, warum die Wissenschaft trotzdem nicht unser Freund ist, sondern die Maschine die Rasse mit Notwendigkeit zersetzt. Hier wird noch einmal seine Technikkritik verdeutlicht.
Der harte philosophische Kern
Das Nichts – ein philosophisch-abstrakter Begriff?
Der innerste Kern des Rechtsseins ist nichts. Klingt nach Nihilismus? Ist es nicht. Warum das Nichts nicht Ende, sondern auch Anfang sein kann. Ein Podcast-Format mit kritischen Rückfragen von Carsten (das bin ich), der genau so wenig versteht wie ihr.Rechte Dämonologie
Illners große, komplexe Geschichtstheorie über den Weltspalt in einem Vortrag. Zwei Mächte, Katechon (bewahren, Brücken bauen) und Chorismon (einreißen, auflösen), treiben das Abendland seit 2000 Jahren an.








