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US-Wunderwaffe mit deutscher Seele – Airwolf (1984)

Thunderbernd von Thunderbernd
14. April 2026
in Film
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US-Wunderwaffe mit deutscher Seele – Airwolf (1984)
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Das Konzept der Wunderwaffe existierte bei uns Deutschen schon lange vor dem Zweiten Weltkrieg. Einerseits in realer Form, wie dem „Ulfberht“, dem besten Schwert des Frühmittelalters. Andererseits in fiktiver Form, wie dem Schwert Balmung, dem Hammer Mjölnir, Alberichs Tarnkappe, Odins fliegendes Schlachtross Sleipnir und seinem Speer Gungnir – eine Waffe, die ihr Ziel eigenständig verfolgte. Interessanterweise waren es 1943 dann tatsächlich die Deutschen, die die weltweit erste zielsuchende Waffe entwickelten: den akustischen Torpedo „Falke“.

Auch zu bundesrepublikanischen Zeiten gibt es Wunderwaffen. Der Leopard II galt lange als bester Kampfpanzer, und deutsche U-Boote gelten als die leisesten der Welt. Und im viel kritisierten Wunsch der Bundeswehr nach „Goldrandlösungen“ drückt sich, wenn wir ehrlich sind, doch auch nur die urtümliche deutsche Sehnsucht nach Wunderwaffen aus.

Dass wir Wunderwaffen lieben, ist verständlich. Deutsche waren Zeit ihrer Geschichte von zahlenmäßig überlegenen Großmächten umgeben, gegen die man ohne technologischen – oder magischen – Vorsprung ziemlich alt aussah.

Airwolf und deutsche Mythen ✠

Wunderwaffen sind ein deutsches, aber kein ausschließlich deutsches Phänomen. Denn die Action-Fernsehserie Airwolf, in der es schlicht und ergreifend um eine Wunderwaffe geht, einen Super-Kampfhubschrauber, stammt aus den USA. Und dennoch ist die Serie …  deutsch!

Erstens waren es Deutsche, die als allererste Helikopter serienmäßig herstellten und militärisch einsetzten. Dann natürlich der „Wolf“, das böse Tier aus der deutschen Sagenwelt. Das Airwolf-Logo – ein Wolf im Schafspelz – ist sogar eine direkte Referenz an Grimms Märchen, in denen sich Wölfe tarnen können – wie in Rotkäppchen oder durch das Fressen von Kreide in „Der Wolf und die sieben Geißlein“ Airwolf kann das auch: wenn seine Waffen eingefahren sind, geht er als ziviler Helikopter durch.

Der Held der Serie erinnert irgendwie an Thor, der ebenfalls als einsamer, edler Recke gegen das Böse antrat – der Sieg über die Eisriesen gelang ihm nur durch seine Superwaffe Mjölnir. Und deren Entstehung geht wiederum auf den bösen Gott Loki zurück, während Airwolf von einem bösen Wissenschaftler erschaffen wurde: Dr. Moffet, eine Referenz an Figuren wie Rotwang, den „German Mad Scientist“.

Der väterliche Freund des Helden, Dominic Santini, lässt sich mit dem mythischen Waffenmeister Hildebrand vergleichen. Und dem Auftraggeber „Archangel“ fehlt – wie Odin – ein Auge.

Und dann die Hauptfigur Huckleberry Hawke selber: Was Deutscheres als den gibt es eigentlich nicht. Er lebt ganz allein und der Welt überdrüssig, sozusagen in einem permanenten Waldgang, mit seinem Hund in einer einsamen, wenn auch luxuriösen Berghütte. Die ist mit kostbaren Gemälden großer europäischer Meister behangen und nur mit einem Hubschrauber zu erreichen. Dort sitzt er jeden Abend melancholisch an einem Gebirgssee und spielt auf seinem Stradivari-Cello einem Weißkopf-Seeadler klassische Musik vor, „um sein Vertrauen zu gewinnen“.

Naturromantik plus klassische Musik plus Wunderwaffen: welch deutsche Kombination!

Ein Ritter und sein fliegendes Schlachtross

Kommen wir zur Handlung der Pilotfolge. Obige Seeadler-Serenade wird jäh unterbrochen, als ein Hubschrauber zur Landung ansetzt. Eine schöne Brünette steigt aus, zusammen mit besagtem „Archangel“. Hawkes Reaktion: „Sie haben den Adler erschreckt.“ Und dann: „Ich hab keinen Besuch erwartet. Werde jetzt eine Forelle angeln!“, und er düst wieder ab zum See, lässt die Neuankömmlinge einfach stehen.

Hawke ist anders als die typischen amerikanischen Actionhelden. Er ist Krieger, aber kein Prolet. Er ist nachdenklich, hochgebildet, musikalisch, hat Stil und Geschmack. Und einen Doktor der Physik. Und er ist nebenbei auch noch der beste Pilot der Welt. Er ist mehr europäischer Ritter als amerikanischer Revolverheld – ein Ritter besitzt einen Ehrenkodex und kann Minnesang halten. Nicht so der Revolvermann.

Und Hawke ist wirklich basiert. Besonders in der Szene, in der er (mal wieder) angeln fährt, aber diesmal zusammen mit der Brünette. Sie erträgt es nicht, dass er gerade eine schöne große Forelle an Bord gezogen hat: 

„Werfen sie ihn zurück! Er ist prachtvoll, ich kann ihn nicht essen! Er ist bildschön, Sie dürfen ihn nicht töten! Bitte werfen sie ihn rein. Bitte!!“

Hawke nimmt langsam seine Sonnenbrille ab. 

Schnitt. 

Hawke isst die Forelle. 

„Sie essen dieses arme Ding nur, um mich zu ärgern!!!“

„Sie essen wohl nur hässliche Fische. Wie sieht’s aus mit Lamm?“

„Ja, ich esse gerne Lamm!“

„Niedliche, knuddlige, kuschlige kleine Lämmer?“

„HÖREN SIE AUF, HAWKE!!!“

Göttlich, wie weibliche Manipulation hier einfach auf Granit beißt. Übrigens goldrichtige Entscheidung von Hawke, den Fisch zu schlachten, denn selbstverständlich geht sie trotzdem mit ihm ins Bett. Herrlich auch der alte Santini: „Emanzipierte Frauen sind mir immer schon ein Gräuel gewesen. Ich mag die Geschlechter so, wie Gott sie erschaffen hat!“

Hawkes Aufgabe für den Rest des Filmes ist es nun, Airwolf, den sein Erbauer Dr. Moffett gemopst hat, zurück nach Amerika zu holen. Airwolf ist derzeit in Libyen, wo Dr. Moffett von Gaddafi für allerlei schmutzige Aufgaben gedungen wurde:

„Bitte erledigen sie mir jetzt einen amerikanischen Zerstörer, Dr. Moffet!“

„Sollen sie haben, Herr Präsident!“

Hach ja, der Araber als Bösewicht statt als geflüchteter Schutzsuchender. Das waren noch Zeiten.

Tragischerweise bringt Fiesling Dr. Moffett im Laufe des Filmes auf sadistische Weise die Brünette um. Aber Hawke nimmt blutige Rache, was in einer großartigen Szene kulminiert: Er jagt im mittlerweile zurückgemopsten Airwolf Dr. Moffett durch die Wüste und feuert alles auf ihn ab, was Airwolfs Waffenarsenal hergibt – filmisch umgesetzt durch sein wahnhaftes, wiederholtes Betätigen des Feuerknopfes. Er zieht immer und immer wieder durch – selbst dann noch, als alle Munition verschossen und Dr. Moffett längst Asche ist. Das nenne ich mal einen epischen Rache-Rausch von Kohlhaasschem Ausmaß!

Eine Sinfonie aus High-Tech und Stahl

Aber abgesehen von ihrer deutschen Motivik und grundsätzlichen Basiertheit fasziniert mich vor allem eines an der Serie: Ihre martialische Ästhetik! Der Superhubschrauber sieht einfach großartig aus – wirklich wie ein Raubtier. Zwar nicht wie ein Wolf – aber wie ein Killerwal, mit dutzenden Flossen, die zackenhaft aus seinem Leib ragen. Welch Freude, diesem Ding einfach nur dabei zuzusehen, wie es Luftakrobatik macht, durch Canyons kajohlt oder seine Waffen ausfährt und Gegner eliminiert.

Und zu Airwolfs martialischer Ästhetik gehört natürlich auch das fulminante Sounddesign. Kaum etwas elektrisiert mich so, wie Airwolf beim Starten zuzuhören:

Wenn ich das auf voll aufdrehe, fange ich hier echt an herumzuhopsen und zu kreischen „JAAAAAAAAA AIRWOLF!!!!! MACH SIE ALLE!!!!!!!!“

Und dann die Musik. Sie ist genial! Nicht nur wegen ihrer Ohrwurmigkeit, sondern wegen der Präzision, mit der sie die Charakteristik eines High-Tech-Kampfhubschraubers einfängt.

Leider habe ich im Netz nur schlechte Versionen davon gefunden. Entweder in mieser Qualität:

Oder als räudigen Remix. Folgender geht aber: AIRWOLF

Mit etwa 130 BPM setzt ein treibender 4/4-Takt ein, dessen Beat ununterbrochen durchläuft. Keine Breaks, keine Aussetzer – ein Sinnbild für Airwolfs unerbittliche Maschinenhaftigkeit.

Dann folgt die eigentliche Raffinesse: Während in Viervierteltakten Zählzeiten meistens weiter in Achtel und Sechzehntel geteilt werden, geschieht hier etwas anderes. Die Viertel werden dreigeteilt:

Ratata – Ratata – Ratata – Ratata.

Und diese Triolen passen einfach perfekt! Sie haben etwas Militärisches, weil sie häufig in Marschmusik auftauchen (ein Extrembeispiel ist The Liberty Bell). Und sie erzeugen zugleich ein Gefühl von Rotation.

Hub – schrapp – schrapp.

Der Bass spielt monoton diesen triolischen Rhythmus und erinnert damit unweigerlich an das Wummern der Rotorblätter. Darüber liegt im gleichen Rhythmus ein höherer, technisch klingender Plucked-Synth, der Arpeggien spielt. Der wirkt wie das metallische Zwitschern der Rotoren – oder wie das Rechnen und Piepen von Airwolfs Bordcomputer.

Und dann die Lead-Stimme: Synthetische Posaunen und Trompeten im Wechsel. Auch sie unterwerfen sich dem triolischen Puls. Sie spielen das fanfarenhafte, kriegerische Leitmotiv – eine perfekte musikalische Verschmelzung von militärischer und Sci-Fi-Ästhetik.

In der Extended Version der Titelmelodie folgen noch ein schöner B- und C-Teil. Hier übernehmen synthetische Streicher den Lead und steigen in euphorischen Sequenzen nach oben, während die Bläser nur noch begleiten. Es wirkt, als habe Airwolf die Wolkendecke durchstoßen und lasse alle irdischen Konflikte weit unter sich. Der Klang wird ätherisch … wie berauschend muss es sein, im gleißenden Sonnenschein hoch über den Wolken in einer unbesiegbaren Kampfmaschine die Schallmauer zu durchbrechen?!

Und als reiche es nicht, dass die Instrumente die Klangwelt des Hubschraubers nachahmen, mischen sich zusätzlich Airwolfs Geräusche in die Musik – werden selber zu Instrumenten. Doch Airwolf macht nicht einfach nur Hub-schrapp-schrapp. Airwolf zischt, jault, faucht, wimmert, fiept und kreischt – als wäre er ein lebendiges Wesen. Ein Drache aus Stahl, der auf die Erde gekommen ist, um das Böse zu verbrennen. Dass Airwolf seinen Hort nicht in einer Luftwaffenbasis hat, sondern wie Smaug in einer einsamen Berghöhle, passt perfekt ins Bild.

Rakete rein – Problem gelöst

Wäre ich nicht der Autor dieses Artikels, sondern der Leser, würde ich jetzt monieren:

„Schön und gut, aber das ist üble Ami-Propaganda, die beim Zuseher plump Zustimmung für den amerikanischen Interventionismus mit Waffengewalt erzeugen soll!“

Und:

„Nur wieder die typisch amerikanische Verhackstückelung guter, rechter Motive zu seelenlosem Slop ohne Tiefgang.“

Und ja, beides stimmt. Doch auch zerstückeltes Gold ist Gold, und gut gemachte Propaganda ist und bleibt Kunst. Und irgendwas hat Airwolf einfach an sich – sei es der Sound oder die unapologetische Waffenverherrlichung –, das ich brauche und woanders nicht bekomme.

Allerdings empfehle ich nur den Pilotfilm, der mit Abstand die beste Folge ist. Die restlichen Episoden arten wirklich in Slop aus und laufen alle nach demselben Schema ab: Da gibt es eine Verbrecherorganisation, Airwolf fliegt hin und macht sie platt.

Bemerkenswert: Während es bei den anderen Selbstjustiz-Serien der 80er Jahre relativ unblutig abgeht („Knight Rider“ und „MacGyver“ benutzen gar keine Waffen, das „A-Team“ benutzt sie, ohne dass je einer stirbt), machen Airwolf und seine 14 Waffensysteme mit Gegnern ausnahmslos kurzen Prozess. Ziemlich faschistoid eigentlich, aber es soll ja Leute geben, die sowas mögen.

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